Baustofflogistik: Werk, Material und Baustelle im Takt

Der Auftrag lautet: 24 Tonnen Material auf die Baustelle bis 10.30 Uhr. Für die Baustofflogistik stehen damit bereits mehrere Fragen im Raum: Aus welchem Werk wird geladen? Ist das Material dort verfügbar? Welches Fahrzeug passt zur Lieferung? Und wie fügt sich der Auftrag in den restlichen Tagesplan ein?

Bei Kies, Sand, Beton, Aushub und Recyclingbaustoffen laufen Material- und Transportplanung eng zusammen. Mehrere Werke, unterschiedliche Fahrzeugtypen und wechselnde Baustellentermine erhöhen die Zahl der Abhängigkeiten zusätzlich.

Materialverfügbarkeit bestimmt den möglichen Ladeort

Ein Transportauftrag lässt sich erst sinnvoll planen, wenn klar ist, wo das benötigte Material verfügbar ist. Bei mehreren Werken kommen Distanz, Bestand, Ladezeit und weitere geplante Lieferungen hinzu.

Für die Disposition reicht deshalb eine reine Fahrzeugübersicht nicht aus. Materialbestand und Werk müssen in die Planung einfliessen, damit ein Auftrag nicht einem Fahrzeug zugewiesen wird, bevor der passende Ladeort feststeht.

Welches Werk beliefert welche Baustelle?

Zwei Werke können dasselbe Material führen und trotzdem zu unterschiedlichen Transportketten führen. Ein näher gelegenes Werk verkürzt möglicherweise die Anfahrt, während ein anderes besser zum bisherigen Tagesplan eines Fahrzeugs passt.

Hinzu kommen Baustellen mit festen Lieferfenstern. Verschiebt sich eine Anlieferung, verändert sich unter Umständen auch die Reihenfolge weiterer Transporte. Genau solche kurzfristigen Änderungen gehören zum operativen Zielprofil der Baustofflogistik.

Fahrzeugtyp und Lieferanforderung zusammenführen

Nicht jedes Fahrzeug eignet sich für jede Lieferung. Kipper, Fahrmischer, Silofahrzeuge oder andere Spezialfahrzeuge bringen unterschiedliche Einsatzmöglichkeiten mit. Materialart, Baustellenzufahrt und gewünschte Menge beeinflussen die Wahl.

Eine digitale Dispositionslösung kann diese Kriterien direkt mit dem Auftrag verknüpfen. Der Disponent sieht Material, Werk, Fahrzeugtyp, Chauffeur, Baustelle und Zeitfenster in einer gemeinsamen Planung und muss die Informationen nicht aus getrennten Systemen oder Listen zusammensuchen.

Baustofflogistik laufend neu planen

Während des Tages kommen weitere Faktoren hinzu: ein Fahrzeug verspätet sich, eine Baustelle verschiebt ihr Zeitfenster oder ein Werk meldet eine Änderung bei der Materialbereitstellung.

Werden Transport- und Materialdaten gemeinsam geführt, lassen sich solche Änderungen schneller auf Folgeaufträge übertragen. Für die Steuerung sind unter anderem Pünktlichkeitsquote, Wartezeit je Auftrag, Fahrzeugauslastung und Dispositionsaufwand relevant.

Die Transportdisposition in der Baustofflogistik wird damit zu einer laufenden Abstimmung zwischen Werk, Material und Flotte.

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