Durch die Digitalisierung des eigenen Geschäftsmodells und den Aufbau von weiteren digitalen Geschäftseinheiten gewinnen viele Unternehmen an Stabilität und Reichweite. Unternehmen können unabhängiger werden und eine Vielzahl von Kundenbedürfnissen besser bedienen. Grundvoraussetzung sind die richtige Einstellung, sauberes Datenmanagement, skalierbare Infrastruktur und eine Plattform/Applikation.

Die Digitalisierung sollte nicht als Diversifizierung des Geschäftsmodells gesehen werden, sondern als eine Erweiterung der Produkte und Lösungen, die sich am Markt in anderer Form bewiesen haben und in erweiterter Form in die Wertschöpfungskette mit aufgenommen werden. Personal Trainer in Fitnessstudios, als Beispiel, haben sich bewiesen und werden vor Ort gerne gebucht. In Zeiten von Homeoffice ist eine Digitalisierung dieser Services eine Möglichkeit, das Serviceportfolio zu erweitern.

Digitale Geschäftsmodelle schaffen Stabilität

Um auch hier das Beispiel des Fitnessstudios wieder aufzugreifen: Würde sich dieses entscheiden, Fläche als Co-working-Space zu vermieten oder einen ein eigenes Café im Studio zu betreiben, so mag das wirtschaftlich sinnvoll und auch durchaus erfolgreich sein. Doch weder beim einen noch beim anderen Projekt profitiert das Studio unmittelbar von seinen Erfahrungen und seiner Expertise als Fitnessstudio. Anders verhält es sich, wenn es damit beginnt, ein neues digitales Geschäftsmodell rund um seine Kompetenz zu entwickeln. Ein möglicher Ansatz sind Online-Kurse oder ein Onlineshop mit spezifischen Utensilien rund um das Produkt Fitness.

Studien zeigen, dass insbesondere in der Versicherungs- und Finanzbranche der Entwicklung von neuen, digitalen Geschäftsmodellen grosses Augenmerk geschenkt wird. Auch hier werden stabilitätstreibende und kundenerlebnissteigernde, digitale Geschäftsmodelle unter die Lupe genommen, um die eigenen Produkte zu erweitern bzw. neue aufzubauen. In anderen Branchen ist diese Denkweise weniger stark ausgeprägt, vor allem in der Industrie, wo nur ca. 1/3 der Entscheider datengetriebene Geschäftsmodelle als Stabilitätstreiber sehen. Dabei ermöglichen sie produzierenden Unternehmen, umfangreiche Serviceleistungen zu ihren Produkten bereitzustellen. Verdiente ein Unternehmen zuvor lediglich am Verkauf eines einzelnen Produktes, ermöglicht das digitale Geschäftsmodell wiederkehrende Dienstleistungen und damit einen stabileren Cashflow.

Verbindung von Produkt und digitalen Dienstleistungen fördern

In der Automobilebranche weiss man wie das funktioniert. Der Automobilhersteller Audi will in Zukunft eine erhöhte Anzahl digitaler Services und Funktionen bereitstellen und so signifikant den Anteil am Umsatz steigern. Das gesamte Geschäftsmodell und die Wertschöpfungskette verändern sich entscheidend. Statt des einmaligen Verkaufs rückt das digitale Aftersales in den Fokus. Kunden können dabei beispielsweise nach Bedarf Upgrades oder Funktionen für ihr Fahrzeug dazubuchen oder wieder stornieren.

Auch die Druckerhersteller haben dieses Prinzip übernommen und bieten zum Beispiel den Zugriff auf verschiedene Softwarepakete, Services sowie auch auf Materialien wie Farben und Papiere.

Ein anderes Beispiel liefern namenhafte Sportwarenhändler. Diese bauten sich das klassische Online- und Offline-Handelsgeschäft mit Sportartikeln für Ihr Sortiment schon frühzeitig auf. Nun ist zu beobachten, dass ein Ökosystem an Dienstleistungen zu jeweiligen ausgewählten Produkten aufgebaut und so das Portfolio ergänzt wird. 

4 entscheidende Komponenten als Basis für ein digitales Geschäftsmodell

  • Die Unternehmenskultur: Die Vernetzung von unterschiedlichen Disziplinen bildet die Ausgangslage für den Wandel und den Aufbau von digitalen Geschäftsmodellen. Fachlich übergreifende, agil arbeitende Teams sind in der Unternehmenskultur ein zentraler Ankerpunkt, der aufgebaut und gefördert werden muss. Der Dienstleistungsgedanke muss mit dem Produkt zusammengeführt und branchenübergreifend betrachtet werden.
  • Die Daten: Für die Entwicklung digitaler Geschäftsmodelle braucht es Daten. Unternehmen können dabei auf Daten zurückgreifen, die sie durch die Produktion und Bereitstellung ihrer Produkte ohnehin bereits erhalten, oder sie erschließen sich neue Datenquellen. Im produzierenden Gewerbe können beispielsweise IoT-Sensoren, die im fertigen Produkt verbaut sind, Informationen über den Zustand oder den Einsatz des Produktes liefern. Das gleiche kann bei der Transportindustrie als Ansatzpunkt dienen.
  • Die Infrastruktur:  Cloud-Computing ist besonders attraktiv, da es skalierbar ist und die Vernetzung mit anderen Systemen vereinfacht. Leistung lässt sich je nach Bedarf und Lage abrufen. Viele Legacy-Systeme und über Jahrzehnte gewachsene IT-Landschaften, die als On-Premises-Lösungen konzipiert sind, geraten dagegen angesichts der Anforderungen an Agilität und Schnittstellen unter Druck.
  • Die Plattform: Eng verwoben mit dem Thema der Infrastruktur ist das Denken in Plattformen. Die Möglichkeiten der Plattformen werden noch immer unterschätzt. Sie eröffnen den Zugang zu neuen Kundengruppen, ermöglichen neuartige Kooperationen und können dazu beitragen, die eigenen Vertriebskosten zu senken. Klar ist dabei: Nicht jedes Unternehmen kann eine eigene Plattform aufbauen. Für viele Unternehmen dürfte es aber ohnehin interessanter sein, sich mit einer hochspezialisierten Dienstleistung in einem Ökosystem dicht bei ihren Kunden zu positionieren und in der Nische eine relevante Rolle zu spielen.

Der Aufbau digitaler Geschäftsmodelle bietet den Unternehmen eine Möglichkeit, sich vom Wettbewerber zu differenzieren und einen eigenen Fussabdruck zu hinterlassen. Es besteht stets die Möglichkeit, das eigene Portfolio zu erweitern oder sich an digitalen Plattformen zu beteiligen und so neue Kundengruppen zu erschliessen. Es kann aber auch eine eigene Plattform aufgebaut werden, die anderen Unternehmen zur Verfügung gestellt wird, um von der Kooperation und Netzwerkeffekten zu profitieren. Der Fantasie und dem Unternehmertum sind praktisch keine Grenzen gesetzt.

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