Die Bedeutung der digitalen Dienste im öffentlichen Sektor ist heute unbestreitbar. Doch wie unterschiedlich gestaltet sich die Interaktion verschiedener Altersgruppen mit diesen Diensten? Eine Analyse enthüllt Einblicke, die nicht nur die Unzufriedenheit älterer Nutzer aufdecken, sondern auch Wege aufzeigen, wie digitale Dienste an die vielfältigen Bedürfnisse ihrer Nutzer angepasst werden können.

In einer Studie von Deloitte wurden 5800 Personen über den Nutzen digitaler öffentlicher Dienste und deren Erfahrung damit befragt. Die Ergebnisse zielen darauf ab, sowohl die Wahrnehmung der Befragten als auch ihre Herausforderungen beim Zugang zu öffentlichen Dienstleistungen auf digitalem Wege zu entschlüsseln. Die Analyse berücksichtigt auch die Voraussetzungen für digitale Dienstleistungen wie digitale Identität, die Bereitschaft zum Datenaustausch und das Vertrauen der Befragten in die Verwaltung.

  1. Mit zunehmendem Alter nimmt die Zufriedenheit ab

Die Zufriedenheit mit digitalen öffentlichen Diensten nimmt mit dem Alter ab. Während 53 % der 18- bis 34-Jährigen zufrieden sind, sind es bei den über 55-Jährigen nur noch 39 %. Schwierigkeiten bei der Navigation, Datenschutzbedenken und mangelnde Internetkenntnisse tragen zu dieser Unzufriedenheit bei.

  1. Skepsis gegenüber der digitalen Weitergabe von Informationen

Die ältere Generation ist skeptischer, persönliche Daten digital weiterzugeben. Mit 66 % Vertrauen im Vergleich zu 75 % bei den unter 35-Jährigen zeigt sich eine klare Kluft. Besonders bei Sozialämtern ist das Vertrauensdefizit am deutlichsten. Datenschutzbedenken und Sicherheitsängste spielen hier eine entscheidende Rolle.

  1. Geringere digitale Interaktion bei Personen über 55 Jahren

Während 32 % der 18- bis 34-Jährigen regelmässig digitale öffentliche Dienste nutzen, sinkt diese Zahl bei den über 55-Jährigen auf 17 %. Fehlendes Vertrauen, Datenschutzbedenken und Unzufriedenheit mit digitalen Diensten könnten Gründe dafür sein. Die Präferenz für komplexe Websites (62 %) gegenüber mobilen Anwendungen (16 %) trägt ebenfalls zur mangelnden Nutzung bei.

Massgeschneiderte Ansätze für zufriedenere Nutzer

  1. Priorisierung nutzerzentrierter Designs

Die Berücksichtigung der Bedürfnisse unterschiedlicher Nutzergruppen spielt eine entscheidende Rolle. Insbesondere sollte ein nutzerzentriertes Design im Fokus stehen, welches einfach navigierbar und benutzerfreundlich ist, um den verschiedenen Vertrautheitsgraden mit Technologie gerecht zu werden. Während junge Menschen in einer von Technologie geprägten Umgebung aufwachsen, müssen ältere Nutzer oft erst die sich ständig wandelnde Technologielandschaft verstehen.

  1. Digital muss zugänglich sein

Digitale Integration ist ein weiterer Schlüsselaspekt, um Barrieren abzubauen. Technologien, welche alle Nutzer berücksichtigt und Aufklärungskampagnen, tragen dazu bei, älteren Menschen den Zugang zur digitalen Welt zu erleichtern. Ergänzende Unterstützung und Coaching können hier gezielt eingesetzt, um die digitale Teilhabe zu fördern.

  1. Behördenübergreifende Zusammenarbeit

Die behördenübergreifende Zusammenarbeit bildet das Rückgrat für einen nahtlosen Zugang zu staatlichen Dienstleistungen. Eine einheitliche digitale Plattform, die verschiedene Lebensereignisse abdeckt, kann Nutzern ermöglichen, Dienste effizienter zu nutzen. Ein standardisiertes Anmeldesystem trägt nicht nur zur Benutzerfreundlichkeit bei, sondern erhöht auch die Zufriedenheit mit digitalen Diensten und klärt Datenschutzbedenken.

Ein massgeschneiderter Ansatz, der die unterschiedlichen Erfahrungen verschiedener Altersgruppen berücksichtigt, könnte die Zufriedenheit mit digitalen Diensten erhöhen, die Zugänglichkeit verbessern und Datenschutzbedenken adressieren. In einer Welt im digitalen Wandel ist es an der Zeit, dass der öffentliche Sektor sich dynamisch an die Bedürfnisse aller Menschen anpasst.